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Kirche findet Stadt

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Kirche findet Stadt

Von Lahnstein nach Paris- Sankt Martin Lahnstein schaut über den Tellerrand

Im Rahmen der Exkursionen des Bistums Limburg war eine Gruppe der Pfarrei Sankt Martin 4 Tage in Paris unterwegs: Marion Gutwein, Marientraud Altmeier, Claudia Flach als Vertreterinnen des Ortsausschusses St. Barbara und Hella Schröder als Vertreterin des Pastoralteams. Insgesamt 22 Personen aus unterschiedlichen Orten und Einrichtungen des Bistums mit verschiedenen Professionen und Tätigkeiten in der pastoralen Arbeit waren unterwegs mit dem Thema: „Kirche findet Stadt“. Ob im „Maison d`Eglise  Notre Dame de Pentecote“ im Viertel La Defense, bei der „Fondation Jean Rodhain“, beim Besuch der „Fraternite de Jerusalem“ und in der „Pfarrei Sainte Croix“ in Ivry-sur-Seine immer ging darum, wie gelingt es christliches Leben, die christliche Botschaft und das daraus folgenden Handeln in einer säkularen Gesellschaft anzubieten, dazu einzuladen und miteinander zu leben. Im Viertel La Defense traf die Gruppe auf eine Kirche, die von Montag bis Freitag geöffnet ist, da in dieser Zeit in dem Büroviertel die Menschen dort arbeiten; es ist so möglich, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Die Caritas in Frankreich wirkt wie ein starker Motor für soziale Innovation. Im „Forum 104“ erläuterte die Leiterin der Einrichtung die vielfältigen Angebote und Begegnungen verschiedener Religionen und Kulturen in diesem Zentrum. „Beten in der Stadt“ dazu lädt die „Fraternite de Jerusalem“ mit ihrer offenen Kirche mit offenen Gebetszeiten ein; zuletzt machte in der „Pfarrei Sainte Croix“ die Generalsekretärin der „Association des amis de Madeleine Delbrel“ die Besucher mit dem Leben und Handeln von Madeleine Delbrel bekannt.

Es waren sehr tiefe Eindrücke und gute Gespräche, die viele Impulse für die eigene Arbeit gaben und auch sehr ermutigend waren. Der Blick über den Tellerrand hat sich gelohnt und war sehr wertvoll. Auf der Internetseite des Bistums Limburg finden sich weitere Berichte und Bilder zur Exkursion: www.bistumlimburg.de

Madeleine Dêlbrel - Spurensuche

Frankreich, 1904 - 1964

Mit siebzehn war sie sich sicher: Es gibt keinen Gott!

Mit 20 stürzt sie in eine tiefe Krise und es drängt sich die Frage nach Gott endgültig auf. Sie findet zum Gebet und durch das Gebet zu Gott. Sie erfährt eine überwältigende Bekehrung, eine „gewaltsame Bekehrung, vom Dunkel ins Licht gerissen“.

Mit rd. 30 Jahren arbeitet sie als ausgebildete Sozialarbeiterin in der Pariser Arbeitervorstadt Ivry. Dort weht die rote Flagge über dem Rathaus. Die Kommunisten schätzen die wortgewandte, durchsetzungsfähige, engagierte und intelligente junge Frau, wollen sie in ihren Reihen haben. Jedoch so sehr sie das Engagement der Partei für die Arbeiter auch freut, so wenig kann sie sich ihnen anschließen, denn Gott war in ihr Leben getreten.

Wie wenig Gott in dem kommunistisch geprägten Arbeiterviertel präsent war, beschreibt sie wie folgt:

„Alles schweigt auf der ganzen Linie von Gott und so total, dass ich mich dabei ertappe, die Passanten anzublicken, ob nicht wenigstens eine Spur von Staunen bei ihnen zu entdecken sei. Doch die vorübergehenden Leute sind nicht erstaunt.“

 

Madeleine Delbrêl gründet eine kleine christliche Gemeinschaft und zieht Herbst 1933 nach Ivry. Sie engagiert sich für die Menschen vor Ort und ihre Nöte. Sie hat die Gabe ihnen zu begegnen, auf Augenhöhe, nicht herablassend sondern wertschätzend, mitfühlend. Das Haus in der rue Raspail wird ein offenes Haus für die Sorgen der Menschen, ein Ort praktizierter Nächstenliebe und ein Ort des Lebens mit Gott.

Noch heute wirkt der Geist Madeleine Delbrêls in Ivry nach, bestimmt auch den toleranten und respektvollen Umgang der verschiedenen Gruppierungen untereinander, so auch zwischen Kommunisten und Katholiken.

 

 

La Défense

160.000 Menschen arbeiten im Département Hauts-de-Seine mit 1500 Geschäften. La Défense ist Hauptquartier von 15 Weltfirmen.

 

Kirche findet statt!

Nur am Samstag und am Sonntag ist "Notre Dame de Pentecôte" geschlossen, nicht jedoch an den Wochentagen. Die Menschen kommen während ihrer Mittagspause, um still zu werden, zu beten, um Gottesdienst zu feiern.

Christlich leben in der Arbeitswelt, wahr sein im Beruf, sich Zeit nehmen zum Menschsein.

Täglich wird eine Messe gefeiert, am Mittwoch versammelt man sich anschließend zum gemeinsamen Mittagessen.

Das Kirchenhaus enthält neben der Kirche auch Versammlungsräume, eine Cafeteria und einen Buchladen. Es finden Konzerte, Ausstellungen und Lesungen statt, eine Gospelgruppe von 40 Teilnehmern singt regelmäßig im Haus oder draußen. Es finden Forum-Debatten statt zu Themen wie "Wasser für alle" oder "Konflikte bei der Arbeit" und wöchentlich erscheinen die "Hefte der Hoffnung".

 

Etwa 100 Personen kümmern sich ehrenamtlich um das Funktionieren des Kirchenhauses!